Ganz individuell, von harmlos bis ernst

Typische Magen-Darm-Beschwerden sind krampfartige oder stechende Bauchschmerzen, Magendruck, Völlegefühl, auch Blähungen, Sodbrennen mit saurem Aufstoßen sowie Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und  Erbrechen. Die Symptome können sich von Person zu Person unterscheiden. Sie können akut auftreten und nach kurzer Zeit wieder weg sein oder immer wieder kommen und chronisch werden. Die Beschwerden können dann für Betroffene eine starke Belastung im Alltag sein und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Und das ist auch leicht nachvollziehbar: Der Familienausflug macht einfach keinen Spaß, wenn der Magen drückt. Kommen dann noch Schmerzen hinzu, wünscht man sich spätestens mit Wärmflasche auf das heimische Sofa. Nicht anders ist es, wenn jemand regelmäßig an Durchfall oder Verstopfung leidet. Ein Theater- oder Kino-Besuch ist kaum vorstellbar und macht auch wenig Spaß, wenn man zwischendurch immer wieder zur Toilette muss. Ist eine organische Erkrankung die Ursache für die Beschwerden, kann es zudem zu Begleitsymptomen kommen, wie zu Fieber, Schwindel und Kreislaufstörungen. Auch wenn Magen-Darm-Probleme häufig harmlos sind, ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und zum Arzt zu gehen, wenn sie außergewöhnlich stark sind, wenn sie lange anhalten oder immer wieder kehren. Es ist dann wichtig, dass der Arzt abklärt, ob eine ernste Erkrankung hinter den Symptomen steckt.

Woran liegts, wenn Magen und Darm sich bemerkbar machen?

Magen-Darm-Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Bei vielen bringt der Lebensstil die gesunde Balance im Magen-Darm-Trakt durcheinander. Aber auch Magen-Darm-Infekte und andere organische Erkrankungen sind mitunter verantwortlich.

Oft gibt die Situation, in der die Beschwerden auftreten schon Aufschluss darüber, was die Beschwerden auslöst. Daher ist es wichtig, genau hinzuschauen, ob der Lebensstil, Stress und Depressionen oder eine organische Erkrankung, hinter den Magen-Darm-Problemen steckt.

Lebensstil und Genussmittel

Wer es gerne mal mit Genussmitteln, wie Alkohol, Nikotin, Kaffee übertreibt, aber auch wer viel Zucker, Fettes und Scharfes isst und wer gerne große, üppige Portionen auf dem Teller hat, kann damit seine Magenschleimhaut und den Darm stressen.

Stress und Depressionen

Wer ständig gestresst ist und in Hektik seinen Alltag bewältigt, ist anfällig für Magen-Darm-Beschwerden. Bekannt ist auch, dass depressive Verstimmungen die Verdauung beeinträchtigen können.

Hier kann ein ungünstiger Kreislauf entstehen, wenn die Magen-Darm-Beschwerden wiederum das Wohlbefinden beeinträchtigen.

Organische Erkrankungen

Es ist wichtig, Magen-Darm-Beschwerden ernst zu nehmen, denn sie könnten auch durch ernste organische Erkrankungen ausgelöst werden.

Ein Warnhinweis kann sein, dass zum Beispiel Magen-Schmerzen so stark sind, dass man diese Intensität gar nicht kennt. Dann kann es sich um einen akuten Bauch handeln oder auch um ein Begleitsymptom eines Herzinfarkts. Hier gilt es, den Arzt zu rufen. Wenn mit den Beschwerden außerdem hohes Fieber und kalter Schweiß auf der Haut einhergehen, kann das zum Beispiel ein Hinweis für eine Infektion mit Viren oder Bakterien sein. Auch ein Magengeschwür, Gallensteine- oder Harnwegssteine und Magen- oder Darmkrebs können sich über Bauchschmerzen und Co. bemerkbar machen.

Medikamente

Es gibt zahlreiche Medikamente, die als Nebenwirkung Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Wer einen empfindlichen Magen hat, kann zum Beispiel bei der Einnahme von Schmerzmitteln, wie Diclofenac oder Ibuprofen, Reizmagen-Symptome bekommen. Antibiotika können neben Durchfall auch zu Magenschleimhautentzündungen führen. Einzelne Blutdrucksenker aber auch Präparate, die hauptsächlich aus ätherischen Ölen bestehen, können Magenschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen auslösen. Bei diesen Präparaten wird daher häufig empfohlen, dass sie zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Hätten Sie’s gewusst?

Magen

  • Der Magen bewegt sich wellenförmig, zieht sich dabei abwechselnd zusammen und entspannt wieder. Damit zerkleinert er den Nahrungsbrei.
  • Die Magenschleimhaut gibt dabei Magensaft ab. Der hat einen pH-Wert von 1,5 bis 2 und ist etwa so sauer wie der Saft von Zitronen.
  • Fleisch ist schwer verdaulich. Es kann bis zu sieben Stunden dauern, bis der Magen das Fleisch soweit bearbeitet hat, dass er es an den Dünndarm weiterleitet.
  • Ein leerer Magen eines Erwachsenen ist im Durchschnitt 20 bis 30 Zentimeter groß. Er kann 1,2 bis 1,6 Liter Flüssigkeit oder Nahrung aufnehmen.

Darm

  • Der Darm ist etwa acht Meter lang und damit das größte Organ im menschlichen Körper.
  • Das Verdauungsorgan besteht aus verschiedenen Abschnitten: dem Dünndarm mit dem Zwölffingerdarm, dem Leerdarm und dem Krummdarm, sowie dem Dickdarm mit dem Blinddarm, dem aufsteigenden und absteigenden Dickdarm, dem Querdarm, dem S-Darm und dem Enddarm. Zwischen Dünn- und Dickdarm befindet sich die Bauhin-Klappe.
  • Würde man den Dünndarm ausbreiten, hätte er eine Fläche von 400 bis 500 Quadratmetern.
  • Die Oberfläche des Dünndarms besteht aus rund vier Millionen Zotten.
  • Im Dünndarm werden dem Nahrungsbrei rund 80 Prozent des Wassers entzogen.
  • Im Dickdarm befindet sich das Gehirn im Bauch. Das besteht aus Millionen von Nervenzellen, die den Verdauungsprozess steuern.

Das ist gut zu wissen:
Es gibt rezeptfreie Arzneimittel, die den Magen und Darm beruhigen und Beschwerden zuverlässig und sanft lindern.

Bei den typischen Magen-Darm-Beschwerden, wie Magendruck, Völlegefühl und Bauchschmerzen haben sich pflanzliche Arzneistoffe (Phytopharmaka) bewährt. Dabei handelt es sich vor allem um Angelikawurzel, Benediktenkraut und Pfefferminzextrakte, zum Beispiel enthalten in Carvomin® Verdauungstropfen. Ätherische Öle und Bitterstoffe in diesen Pflanzen regen die Produktion von Magen- und Gallensäure an. Es werden mehr Bauchspeicheldrüsenenzyme produziert und auch mehr des Verdauungshormons Gastrin, das wiederum aktiviert die Bewegungen des Magen und Darms und fördert die Verdauung. Eine Schmerzlinderung und Beruhigung des Darms tritt durch krampflösende, entzündungshemmende und antibakterielle Inhaltsstoffe ein.

Wann zum Arzt?

Magen-Darm-Beschwerden sind oftmals harmlos und können mit Hausmitteln oder rezeptfreien Präparaten aus der Apotheke selbst behandelt werden. Der Arzt sollte jedoch unbedingt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden akut sehr stark sind, wenn diese lange anhalten, sie sich nicht durch Selbstmedikation bessern, sie von hohem Fieber begleitet werden oder auch, wenn sie immer wieder auftreten. Der Arzt wird über eine Ausschlussdiagnostik schauen, ob die Magen-Darm-Beschwerden aufgrund einer ernsten und behandlungsbedürftigen Erkrankung verursacht werden oder was ansonsten dahintersteckt.

Wenn der Bauch rebelliert

Wer mit dem Magen zu tun hat, kann unter ganz unterschiedlichen Beschwerden leiden. Sie können einzeln auftreten oder zusammen. Besonders wenn sie wiederkehrend und anhaltend auftreten, beeinträchtigen sie das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen sehr.

Magendruck

Der Magen drückt unangenehm, dazu kommen teils starke Schmerzen. Magendruck ist eines der Hauptsymptome bei Reizmagen. Betroffenen ist gleichzeitig oft schlecht, sie müssen aufstoßen, haben Sodbrennen und Blähungen.

Magendruck ist nicht nur das Gefühl, sich voll zu fühlen, wie es beim Völlegefühl der Fall ist, sondern es ist ein starker Druck im Magen, der auch Schmerzen auslösen kann.

Magenschmerzen

Der Magen zieht sich krampfartig zusammen, ein stechender Schmerz, es drückt und brennt. Magenschmerzen können sich ganz unterschiedlich äußern. Sie sind eines der Hauptsymptome von Reizmagen-Patienten, können bei Stress auftreten, oder bei Magen-Darm-Infekten, als Ankündigung von Durchfall. Doch Magenschmerzen können auch ein Symptom ernster Erkrankungen sein, wie von Magenschleimhautentzündungen, Geschwüren, Krebs oder eines Herzinfarkts.

Wer akut starke Magenschmerzen hat oder wiederkehrende Bauchschmerzen hat, sollte sich ärztlich untersuchen lassen.

Reizmagen

Reizmagen bezeichnet eine Reihe von Beschwerden des Oberbauchs, unter denen Betroffene anhaltend oder wiederkehrend leiden. Mediziner gehen heute davon aus, dass beim Reizmagen die Beweglichkeit des Magens gestört ist und die Nerven im Magen schmerzempfindlicher sind als bei Gesunden. Typische Symptome des Reizmagens sind: Magenschmerzen, Völlegefühl, Magendruck, Appetitlosigkeit, Blähungen, Aufstoßen und Sodbrennen und mitunter auch Kreislaufbeschwerden und Herzstechen. Die Ausprägung der Symptome kann sich von Patient zu Patient unterscheiden. Bei leichten Beschwerden können Änderungen des Lebensstils, eine Ernährungsumstellung und pflanzliche Arzneimittel helfen, bei schwereren Symptomen, sollte der Arzt die Ursache für die Beschwerden abklären.

Sodbrennen

Bei Sodbrennen breitet sich aufsteigende Magensäure in der Speiseröhre aus und greift deren Schleimhaut an. Es entsteht ein brennendes Gefühl in der Brust, dass sich im Rachen- und Brustraum ausbreiten kann. Wer Sodbrennen hat, muss häufig auch sauer aufstoßen. Die Ursache: Im Magen wird zu viel Magensäure produziert. Stress und fettiges Essen führen bei Manchen zu Sodbrennen. Auch Schwangere haben häufig mit Sodbrennen zu tun, und es ist ebenfalls typisch bei Reizmagen. Betroffene sollten etwas gegen Sodbrennen tun, da es ansonsten aufgrund der Magensäure in der Speiseröhre zu Entzündungen kommen kann und das Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken steigt.

Völlegefühl

Der Bauch fühlt sich aufgebläht und voll an, er wölbt sich nach außen, ist hart und spannt. Das unangenehme Völlegefühl entsteht oft, wenn zu viel und zu schnell gegessen wurde. Aber auch, wer beim Essen zu viel Luft verschluckt, kann sich zum Platzen fühlen. Kleine Mengen von Luft im Magen können schnell wieder über Aufstoßen (Rülpsen) entweichen. Gelangt jedoch Luft bis in den Dünndarm, also den Darmabschnitt, der direkt an den Magen anschließt, dann kann das zu Völlegefühl führen, aber auch zu schmerzhaften Magenkrämpfen und Blähungen. Mediziner sprechen dann von Aerophagie. Eine weitere Ursache kann eine verstärkte Gasbildung sein. Besonders Reizmagen-Patienten leiden immer wieder unter dem unangenehmen Völlegefühl. Bei ihnen reichen normale Portionen, damit sie sich voll fühlen und der Magen aufgebläht ist.

Gleich loslegen und ausprobieren, was einem hilft

Es ist manchmal nicht ganz einfach, selbst etwas zu tun, um seine Magen-Darm-Beschwerden zu lindern. Der innere Schweinhund ist so groß, dass man gerne möchte, aber es nicht hinkriegt. Dann ist es hilfreich, nicht alles auf einmal zu wollen, sondern sich kleine Schritte vorzunehmen, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken. Nach einer Zeit wird das Glas Wasser dann so selbstverständlich wie das Zähneputzen.

Wenn das verinnerlicht ist, kann man sich zum Beispiel darauf konzentrieren, beim Essen mehr zu kauen und so weiter.

Das kann bei Magen-Darm-Beschwerden helfen:

  • Regelmäßige Mahlzeiten: Vielen Menschen tut es gut, wenn sie zu festen Uhrzeiten essen. Bei Magen- und Darm-Beschwerden kann es außerdem hilfreich sein, über den Tag verteilt, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen.
  • Gut kauen: Kauen, kauen, kauen – am besten jeden Bissen bis zu 40mal. Das Essen wird so gut mit Speichel vermischt und zerkleinert, sodass Magen und Darm weniger Verdauungsarbeit zu leisten haben.
  • Ernährungs- und Symptom-Tagebuch führen: Wann habe ich Magen-Darm-Beschwerden? Habe ich vorher etwas Bestimmtes gegessen? Hatte ich Stress? Wer für ein paar Tage aufschreibt, was er isst und welche Symptome, wann auftreten, kann seinen Lebensstil und seine Ernährung anpassen und vermeiden, was Beschwerden verursacht.
  • Wärme nutzen: Eine Badewanne, die Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen helfen vielen, den Körper und auch den Magen-Darm-Trakt zu entspannen.
  • Für Entspannung sorgen: Sich selbst regelmäßige Auszeiten gönnen und vom Alltag abschalten, kann auch helfen, den Magen und Darm zu beruhigen. Daher wieder mal ein gutes Buch lesen, Yoga machen, einen Waldspaziergang genießen oder meditieren – all das bringt auch Magen und Darm Erholung.
  • Genussmittel reduzieren: Alkohol, Kaffee, Zigaretten, Süßes, Scharfes und Fettes – hier gilt: die Menge macht das Gift. Die Genussmittel stressen die Magenschleimhaut und regen die Bildung von Magensäure an. Wer einen empfindlichen Magen und Darm hat, sollte sie daher in Maßen genießen oder ganz darauf verzichten.
  • Tees trinken: Kamille, Fenchel, Anis, Kümmel – frisch zubereiteter Tee aus den Arzneikräutern kann eine Wohltat für den gestressten Magen und Darm sein und akute Beschwerden, wie Blähungen und Völlegefühl lindern. Am besten den Tee aufgießen, gut ziehen lassen und in kleinen Schlucken genießen.
  • Genug trinken: Am besten morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas lauwarmes Wasser mit einem kleinen Schuss Zitronensaft, dann ist der Flüssigkeitsspeicher nach der Nacht gut wieder aufgefüllt. Insgesamt sollten es anderthalb Liter Wasser am Tag sein. Bei Magen-Darm-Beschwerden besser zu kohlesäurearmem Wasser greifen.
  • Bequeme Kleidung: Wer Magen-Darm-Beschwerden hat, wird schon intuitiv auf einen engen Hosenbund verzichten. Besser ist lockere, weite Kleidung, die dem Bauch Platz lässt.
  • Bauch massieren: Das klappt auch einfach alleine – den Bauch massieren und sanft durch walgen, entspannt und tut Bauch und Darm gut. Aber Vorsicht: Nicht in den Schmerz rein massieren. Wenn es schmerzt, besser anders entspannen.
  • In den Bauch atmen: Der Alltag ist oft stressig und hektisch. Das wirkt sich bei vielen auch auf die Atmung aus. Daher ist es gut, sich immer wieder bewusst daran zu erinnern, tief in den Bauch ein zu atmen und die Luft vollständig wieder auszuatmen. Wer sich ein paar Minuten auf die tiefe Bauchatmung konzentriert, wird sich erholter fühlen.

Gut versorgt, auch wenn die Apotheke zu hat

Jeder Haushalt sollte für kleine Zipperlein und erste Hilfe vorbereitet sein. Das ist besonders wichtig, wenn Kinder im Haus sind. Aber auch für Erwachsene, denn die meisten Unfälle passieren in den eigenen vier Wänden und auch Magen-Darm-Beschwerden halten sich selten an die Öffnungszeiten der Apotheken. Daher ist es gut, regelmäßig zu schauen: Habe ich alles im Haus, was in die Hausapotheke gehört? Sind die Medikamente noch haltbar oder gibt es welche, die erneuert werden müssen?
Gerade bei Magen-Darm-Beschwerden gibt es rezeptfreie Präparate, die schnell wirken und akute Beschwerden zuverlässig lindern.

Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden
Bewährt haben sich pflanzliche Arzneimittel, um die Verdauung wieder in Balance zu bringen. Das sind vor allem Präparate mit der Dreierkombination aus Angelikawurzel, Benediktenkraut und Pfefferminzextrakten.

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
Dimenhydrinat wirkt schnell und zuverlässig bei Übelkeit und Erbrechen. Der Vorteil: Dimenhydrinat gibt es in einer Vielzahl unterschiedlicher Darreichungsformen für Erwachsene und Kinder, zum Beispiel als Dragees, Retardkapseln, Sublingualtabletten, Zäpfchen und Sirup.

Mittel gegen Durchfall
Präparate mit dem Wirkstoff Racecadotril haben den Vorteil, dass sie zuverlässig und schnell gegen Durchfall wirken, gleichzeitig aber die Darmbewegung nicht hemmen. So können Krankheitserreger weiterhin ausgeschieden werden. Außerdem ist es gut, eine Elektrolyte-Lösung einzupacken. Sie hilft bei Durchfall, den Mineralstoffhaushalt auszugleichen.

In die Hausapotheke gehören außerdem Medikamente gegen Kopfschmerzen und Fieber, Nasenspray, Brand- und Wundgel, Wunddesinfektionsmittel, Halsschmerztabletten, Mittel gegen Insektenstiche, Zeckenzange und die persönlichen Medikamente, die der Arzt verordnet hat. Außerdem ist es empfohlen, einen Verbandskasten zu Hause zu haben.

Pflanzenpower hilft, Magen und Darm zu beruhigen

Es gibt eine Vielzahl pflanzlicher Arzneimittel, die sogenannten Phytopharmaka. Einige davon haben sich besonders bewährt, den Magen-Darm-Trakt bei Beschwerden wieder in Balance zu bringen und sanft Beschwerden lindern.

Das sind vor allem Angelikawurzel, Benediktenkraut und Extrakte aus der Pfefferminze, die als Dreierkombination die natürlichen Verdauungsprozesse in Schwung bringen und die Verdauungsorgane entlasten.

Angelikawurzel

Angelikawurzel (Angelica archangelica), oder auch Engelwurz, ist ein Kraut, dass aus Nordeuropa kommt. Die Dolden wachsen auf Mooren und Wiesen. Es heißt, dass die Wikinger die Pflanze auf ihren Reisen verbreitet haben. Sie enthält zahlreiche Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und in der Wurzel selbst sogenannte Furanocumarine wie Bergapten und Archangelicin, Cumarine sowie Flavonoide. Die Angelikawurzel schmeckt bitter und regt so die Produktion von Magensäure, Gallensäure und Enzymen der Bauchspeicheldrüse an. Dies fördert die Verdauungsfunktion. Zusätzlich wirken die Inhaltstoffe der Angelikawurzel krampflösend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts.

Benediktenkraut

Bevor es Einzug in die moderne Pharmazie nahm, hat sich das Benediktenkraut (Cnicus benedictus) bereits Jahrhunderte in Klosterapotheken bewährt. Sein Name geht auf den Heiligen Benedikt zurück. Überliefert ist, dass er in dem Benediktenkraut eine Allheilpflanze sah. Das Benediktenkraut gehört zu den Korbblütern. Es wächst hauptsächlich in Mittelmeer- und Schwarzmeer-Ländern. Das Kraut enthält viele Bitterstoffe und ätherische Öle, wie Fenchon und Citral. Bei Kontakt mit der Zunge reagieren die Geschmacksnerven auf die Bitterstoffe und regen die Speichel- sowie Magensäurebildung an. Weiterhin wird das Verdauungshormon Gastrin im Magen freigesetzt, welches ebenfalls die Magen-Darm-Tätigkeit anregt und dadurch verdauungsfördernd wirkt.

Pfefferminzextrakte

Die Stauden der Pfefferminze (Mentha x piperita) wachsen im Sommer, im Herbst sterben sie ab und treiben im nächsten Jahr wieder aus. Die Pfefferminze schmeckt lecker als Tee, ihre ätherischen Öle lindern aber auch Magen-Darm-Beschwerden. Der Grund: Sie wirken antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend und schmerzstillend.

Doch Vorsicht: Es gibt auch Phytopharmaka, wie das Schöllkraut, die im Verdacht stehen, die Leber zu schädigen.

Gut vorbereitet sein und den Urlaub genießen

Das möchte wirklich niemand: Anstatt den Urlaub in vollen Zügen zu genießen, quälen einen Magen-Darm-Beschwerden. Doch auch wer ansonsten einen robusten Magen und Darm hat, kann auf Reisen empfindlich mit Völlegefühl, Blähungen, Magendruck und Magenschmerzen reagieren. Das ist besonders dann der Fall, wenn es am Urlaubsort andere klimatische Bedingungen gibt, wenn der Körper mit Zeitverschiebung zurechtkommen muss oder das Essen schärfer, fettiger und anders gewürzt ist. Vielleicht sind auch die Hygienestandards nicht wie zu Hause. Daher ist es gut, eine Reiseapotheke dabei zu haben. Hier eine Übersicht, welche Präparate zur Vorbeugung und Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden in jede Reiseapotheke gehören:

Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden
Gute Erfahrungen gibt es hier vor allem mit pflanzlichen Präparaten. Eine Dreierkombination aus Angelikawurzel, Benediktenkraut und Pfefferminzextrakten bringt den Magen und Darm wieder ins Gleichgewicht.

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
Schnell und zuverlässig gegen Übelkeit und Erbrechen wirkt Dimenhydrinat. Den Wirkstoff gibt es für Erwachsene und Kinder, zum Beispiel als Dragees, Retardkapseln, Zäpfchen und Sirup. Für die Reiseapotheke sind besonders Sublingualtabletten geeignet, da sie unterwegs ohne Wasser eingenommen werden können und die Wirkung bereits im Mund einsetzt.

Mittel gegen Durchfall
Gegen Durchfall helfen Präparate mit dem Wirkstoff Racecadotril schnell und zuverlässig. Da sie die Darmbewegungen nicht hemmen, können Krankheitserreger ausgeschieden werden. Zusätzlich hilft eine Elektrolyte-Lösung bei Durchfall den Mineralstoffhaushalt wieder auszugleichen.

Wichtig in der Reiseapotheke sind außerdem Medikamente gegen Kopfschmerzen und Fieber, Gel oder Spray gegen Sonnenbrand und Verbrennungen, Gel zur Linderung bei Insektenstichen, Mittel zur Wunddesinfektion, Pflaster (auch Blasenpflaster), Mullverband, Zeckenzange und selbstverständlich die Medikamente, die der Arzt verordnet hat und die auch zu Hause eingenommen werden.

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