So macht sich ein gereizter Darm bemerkbar

Die Beschwerden durch das Reizdarmsyndrom können bei Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt sein und gleichzeitig, abwechselnd oder wiederkehrend auftreten. 
Die häufigsten Symptome von Reizdarm sind:

Manche Menschen leiden zwar regelmäßig an Reizdarm, jedoch nicht so stark, dass der Arzt hinzugezogen werden müsste. Bei anderen ist eine ärztliche Abklärung und Behandlung notwendig. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn sich starke Durchfälle mit Verstopfung abwechseln oder der Bauch anhaltend stark aufgebläht ist. 

Zusätzlich zu den typischen Magen-Darm-Symptomen leiden manche Reizdarm-Patienten an weiteren Symptomen:

  • Kopfschmerzen und Schlafstörungen 
  • Ängste und depressiven Verstimmungen
  • Eingeschränkte Lebensqualität aufgrund der Erkrankung: Der Alltag kann nicht mehr so unbeschwert ausgelebt werden, wie es vor dem Reizdarm der Fall war.

Es gibt verschiedene Reizdarmsyndrom-Typen. Sie werden nach dem jeweiligen Hauptsymptom unterschieden, unter dem Betroffene leiden:

  • der Durchfall-Typ
  • der Verstopfungs-Typ
  • der Schmerz-Typ
  • der Bläh-Typ
  • der Gemischte-Typ

Wann liegt ein Reizdarmsyndrom vor?

Nach den medizinischen Kriterien, den sogenannten Rom IV-Kriterien, liegt ein Reizdarmsyndrom (RDS) dann vor, wenn Sie über mindestens drei Monate an einem Tag pro Woche an Bauchschmerzen leiden.
Ihre Symptome müssen nach den ROM IV-Kriterien mit mindestens zwei der folgenden Beschwerden zusammen auftreten:

  • Schmerzen bei der Stuhlentleerung
  • Veränderte Stuhlfrequenz
  • Veränderte Stuhlkonsistenz

Ob es sich bei Ihnen um einen Reizdarm handelt oder ob die Symptome aufgrund einer anderen organischen Erkrankung auftreten, klärt ein Arzt im Rahmen einer Ausschlussdiagnose.

Welche Auslöser hat Reizdarm?

Die Darmschleimhaut ist bei Reizdarm-Patienten schmerzempfindlicher und die Darmbewegungen sind gestört – doch wie kommt es dazu? 
Mediziner gehen davon aus, dass bei einem gereizten Darm in der Regel mehrere Ursachen zusammenkommen:

  • Essgewohnheiten
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Zöliakie
  • Stress und Depressionen
  • Folgen einer bakteriell bedingten Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis): Sieben bis 30 Prozent entwickeln nach einer Erkrankung das Reizdarmsyndrom
  • Antibiotika 
  • Durchlässige Darmbarriere
  • Ungleichgewicht der Darmflora

Reizdarm durch Antibiotika 

Bekannt ist auch, dass das Reizdarmsyndrom bei rund einem Viertel der Betroffenen erstmals nach einer Behandlung mit Antibiotika aufgetreten ist. Antibiotika sind somit Segen und Fluch in einem: 

Sie bekämpfen zuverlässig und sicher bakterielle Erreger, bringen dabei aber das mikrobielle Gleichgewicht im Darm durcheinander. Reizdarm-Patienten haben oft ein solches Ungleichgewicht in ihrer Darmflora. 

Krankmachende Bakterienstämme, wie Clostridien und E. coli, verdrängen gesundheitsfördernde Bakterien, wie Bifidobakterien und Laktobazillen. 
Dadurch funktionieren deren Aufgaben, unter anderem die Verstoffwechslung des Speisebreis und die Stärkung des Immunsystems im Darm, nicht mehr optimal. 

Reizdarm durch eine durchlässige Darmbarriere

Auch ein durchlässiger Darm kann hinter dem Reizdarm stecken. Die Darmbarriere lässt bei Gesunden die Nährstoffe aus dem Speisebrei in den Blutkreislauf passieren. Gleichzeitig verhindert sie, dass dies unverdauten Nahrungsbestandteilen, Bakterien, Toxinen und Stoffwechselprodukten ebenfalls gelingt. 

Ist die Darmbarriere jedoch durchlässig, erfüllt sie diese wichtige Schutzfunktion nur noch unzureichend. Es kommt dann zum sogenannten Leaky Gut Syndrom. Leaky Gut ist eine Bezeichnung aus dem Englischen, die sich mit „durchlässiger oder undichter Darm“ übersetzen lässt. Mediziner sprechen dabei meist von einer Störung der (gastro-) intestinalen Permeabilität oder einer gestörten Darmbarriere. 

Mögliche Folgen des Leaky Gut Syndrom: 

  • Reste unverdauter Nahrung, aber auch Erreger und Schadstoffe gelangen durch die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf und verursachen Entzündungen.
  • Die Darmschleimhaut (intestinale Mukosa) entzündet sich oder wird geschädigt.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Als Abwehrmechanismus des Körpers bildet dieser Antikörper gegen bestimmte Nahrungsbestandteile.

Reizdarm durch ein Ungleichgewicht der Darmflora

Es ist heute bekannt, dass die Darmflora bei vielen Reizdarm-Patienten aus der Balance ist. Mediziner nennen das Dysbiose. Dabei haben die krankmachenden Bakterien überhand gewonnen und gute Bakterien verdrängt. Zu einem solchen Ungleichgewicht kann es aus ganz unterschiedlichen Gründen kommen, unter anderem auch nach Antibiotikabehandlungen.

Hätten Sie’s gewusst?

Darmbarriere

  • Die Darmbarriere arbeitet wie eine Firewall mit drei Schutzebenen: der Darmflora, der Darmschleimhaut und dem Darm-assoziierten Immunsystem.
  • Ein gesunder Darm ist komplett mit Schleim ausgekleidet.
  • Der Schleim hält die Bakterien auf Abstand und sorgt dafür, dass diese nicht in den Blutkreislauf gelangen.
  • Die Zellen in der Darmschleimhaut werden bei Gesunden innerhalb von drei Tagen vollständig erneuert.

Darmflora

  • Die Darmflora ist so individuell wie ein Fingerabdruck.
  • Bekannt sind rund 1.000 unterschiedliche Arten von Darmbakterien.
  • Die Besiedelung mit Bakterien beginnt bei der Geburt, wenn das Neugeborene die Vaginal-, Darm und Hautkeime seiner Mutter aufnimmt.

Den Reizdarm zuverlässig selbst behandeln

Das Reizdarmsyndrom kann Ihre Lebensqualität ganz schön beeinträchtigen. Doch was tun, wenn Sie von Durchfall, Verstopfung und Co. gGequält werden? 

Gute Nachrichten: Es gibt heute wirksame Präparate, die gleichzeitig die Darmwand schützen und die Darmflora stärken. Bei akuten Symptomen helfen auch pflanzliche Arzneistoffe, den gereizten Darm sanft zu beruhigen. Sie sind ohne ärztliches Rezept in der Apotheke erhältlich.

Unterstützen Sie Darmbarriere und Darmflora nachhaltig

Reizdarm-Patienten profitieren oftmals davon, ihre Darmbarriere zu stärken und gleichzeitig etwas für ihre Darmflora zu tun. Das ist mit Präparaten möglich, die sogenannte Mukoprotektoren enthalten, zum Beispiel Gelsectan®

So funktionieren Mukoprotektoren: 

  • Sie schützen die angegriffene Darmwand beispielsweise durch eine Gel-Schicht.
  • Dadurch werden Erreger und Bakterien daran gehindert, in die Darmwand und somit in den Blutkreislauf einzudringen.
  • Der Schutzfilm trägt zudem zur Vorbeugung weiterer Entzündungen und Heilung bestehender Entzündungen bei.
  • Die natürliche Darmbarriere kann wieder aufgebaut werden. So verschwinden auch die Symptome von Reizdarm wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen.

Präbiotika helfen bei Reizdarm 

Besonders unterstützend für Ihren Darm ist es, wenn die „guten“ darmeigenen Darmbakterien mit Präbiotika gefüttert werden. Bei Präbiotika handelt es sich um Ballaststoffe, mit denen sich gezielt die eigenen, gesundheitsfördernden Bakterienstämme im Darm aktivieren sowie vermehren lassen. Dadurch wird das Gleichgewicht in der Darmflora wiederhergestellt und Krankmacher wie Clostridien und E. coli werden zurückgedrängt. 

Die Kombination aus Mukoprotektoren und Präbiotika, zum Beispiel in Gelsectan®, lindert Reizdarm-Beschwerden zuverlässig und nachhaltig. So wird die natürliche Darmbarriere wiederhergestellt und gleichzeitig der Aufbau wichtiger Bakterienstämme für eine gesunde Darmflora unterstützt. 

Ein weiterer Vorteil: Präparate, die Präbiotika enthalten, sind für jeden Reizdarm-Patienten geeignet, unabhängig von der individuellen Darmflora.

Vorsicht: Wenn Sie stattdessen ausschließlich auf ein Probiotika-Produkt setzen, nehmen Sie möglicherweise Darmbakterien ein, die gar nicht zu Ihrer ganz individuellen Darmflora passen.

Bringen Sie Ihren Darm in Balance

Bei den typischen Reizdarmsydrom-Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen haben sich pflanzliche Arzneistoffe (Phytopharmaka) bewährt. Hilfreich sind vor allem Angelikawurzel, Benediktenkraut und Pfefferminzextrakte, zum Beispiel enthalten in Carvomin® Verdauungstropfen.

So wird die Verdauung aktiv gefördert:

  • Die ätherischen Öle und Bitterstoffe in diesen Pflanzen regen die Produktion von Magen- und Gallensäure an. Es werden mehr Bauchspeicheldrüsenenzyme produziert und auch mehr des Verdauungshormons Gastrin.
  • Dieses Hormon aktiviert wiederum die Bewegungen des Magens und Darms und fördert die Verdauung. 
  • Eine Schmerzlinderung und Beruhigung des Darms tritt durch die krampflösende, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung der Pfefferminzextrakte ein.

Wann zum Arzt bei Reizdarm?

Bei den folgenden Symptomen sollten Sie die Ursachen für diese Verdauungsbeschwerden von einem Arzt abklären lassen:

  • Ihr Darm ist anhaltend oder wiederkehrend gereizt.
  • Sie haben Durchfall.
  • Sie leiden an Blähungen.
  • Verstopfungen machen Ihr Leben schwer.

Ihr Hausarzt ist immer der erste Ansprechpartner. Für eine genaue Untersuchung des Darms wird er Sie an einen Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen, einen Gastroenterologen, überweisen. 

Dieser hat eine ganze Reihe von Diagnostikmöglichkeiten. Dazu gehören:

  • Blutbildanalyse: Entzündungswerte werden bestimmt, aber auch beispielsweise die Schilddrüsenwerte und die sogenannten Transglutaminase lgA- und lgG-Antikörper überprüft
  • Stuhluntersuchung: Der Stuhl wird im Labor auf verstecktes Blut und Parasitenbefall untersucht 
  • Ultraschall und Darmspiegelung: Sie geben Aufschluss darüber, ob der Darm und andere Organe, wie Magen, Leber, Milz und Galle, in Ordnung sind oder ob sie krankhafte Veränderungen aufzeigen. 
  • Bei Frauen kann eine zusätzliche gynäkologische Untersuchung der Gebärmutter und Eierstöcke sinnvoll sein.

Beruhigen Sie mit wenig Aufwand Ihren Darm

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, mit denen Sie Ihren Darm selbst unterstützen können. Dabei gilt: Gut auf Ihren Körper achten. Bessern sich die Symptome, lohnt es sich, das Hausmittel regelmäßig in Ihren Alltag einbauen. Ansonsten lassen Sie es bitte wieder weg. 

  • Entspannt Essen: Hektik vermeiden, sich Zeit nehmen und achtsam sein – das gilt für Reizdarm-Patienten besonders beim Essen. Probieren Sie es einfach mal aus und spüren Sie in sich hinein, ob sich etwas verändert, wenn Sie das Essen nicht in Eile herunter schlingen.
  • Gut kauen: Sie sollten jeden Bissen bis zu 40mal zu kauen. So wird das Essen bereits im Mund gut zerkleinert, mit Speichel vermengt und vorverdaut. Ihr Darm hat so weniger Arbeit und kann sich beruhigen.
  • Wärme nutzen: Wenn Sie im Stress sind, verspannen sich Ihre Muskeln häufig. Wärme hilft Ihnen, sich zu entspannen. Beim Reizdarmsydrom tut daher ein Vollbad gut. Auch eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen helfen, den Reizdarm zu beruhigen.
  • Tees trinken: Es gibt Tees, die bekannt sind für ihre beruhigende und wohltuende Wirkung. Gut für Ihren Reizdarm sind vor allem Anis- und Fencheltee. Wenn Ihnen schlecht ist, helfen Ihnen Kamillen- oder Ingwertee. Also: Wasser kochen, Tee aufgießen, ziehen lassen und in kleinen Schlucken genießen. 
  • Flohsamen: Das Pulver aus dem Flohsamen quillt in Flüssigkeit auf und bildet Schleim. Beides kann beim Reizdarmsyndrom helfen. Rühren Sie einfach einen Esslöffel Flohsamen in ein Glas Wasser und trinken Sie es. So helfen Sie Ihrer Verdauung dabei, sich wieder zu regulieren.
  • Mehr bewegen: Planen Sie öfter einen Verdauungsspaziergang nach dem Essen ein, steigen Sie Treppen, erledigen Sie Besorgungen mit dem Rad oder melden Sie sich zu einem Yoga-Kurs an. Bewegung steigert Ihr Wohlbefinden und tut auch dem Darm gut.
  • Bauch massieren: Massieren Sie sanft Ihren Bauch, um muskuläre Verspannungen zu lösen. Das kann den Reizdarm beruhigen. Aber bitte nicht in den Schmerz reinmassieren: Wenn es weh tut, aufhören.

Low-FODMAP hilft dem Reizdarm

Reizdarmsyndrom und Ernährung hängen direkt zusammen. Daher ist wichtig, dass Sie genau hinzuschauen, was Sie essen und für sich selbst überprüfen, ob es Lebensmittel gibt, auf die Ihr Darm gereizt reagiert. 

In den letzten Jahren sind die sogenannten FODMAPs (Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole) immer stärker in den Fokus gerückt. FODMAPs sind nicht per se schlechte Lebensmittel. Bei ihrer Verdauung entwickeln sich aber Gase, die blähen und Reizdarm-Symptome auslösen können.

Reizdarm-Patienten kann eine FODMAP-reduzierte Ernährung helfen, ihre Beschwerden zu lindern. So gehen Sie vor:

  • Wenn Sie diese Ernährungsumstellung ausprobieren wollen, streichen Sie FODMAPs sechs bis acht Wochen ganz aus Ihrem Speiseplan. 
  • Im Anschluss werden dann einzelne Lebensmittel langsam wieder ergänzt. 
  • Probieren Sie Stück für Stück aus, ob Sie die Lebensmittel gut vertragen oder nicht. Zukünftig können Sie dann auf Unverträglichkeiten achten.

Hier gibt es eine kurze Übersicht über die Do`s und Dont‘s der FODMAP-reduzierten Ernährung:

FODMAP-Do’s

Obst: Beeren-Früchte, Zitronen, Banane, Kiwi, Mandarine, Honigmelone, Orange
Gemüse: Fenchel, Spinat, Kürbis, Aubergine, Möhren, Radieschen, Brokkoli, Pastinaken, Tomaten, Oliven, Zucchini
Getreide: Buchweizen, Dinkel und Hafer
Süßungsmittel: Haushaltszucker in kleinen Mengen, Glukose
Fleisch: fettarmes, gekochtes Fleisch
 
Fisch: Meeresfrüchte und Fisch ohne Panaden, in der Pfanne gedämpft

FODMAP-Don‘ts

Obst: Äpfel, Birne, Mango, Pfirsich, Pflaume, Dörrobst
Gemüse: Artischocke, Avocado, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Lauch, Blumenkohl, Weiß- und Rotkohl, Knoblauch, Pilze
Getreide: glutenhaltige Produkte aus Weizen, Roggen etc.
Süßungsmittel: Fruktose- und Sorbit-haltige Produkte, Light-Produkte
Fleisch: verarbeitetes, fettreiches, frittiertes und paniertes Fleisch, Wurst
Fisch: verarbeiteter, fettreicher, frittierter und panierter Fisch

Psyche und Verdauungstrakt haben eine enge Verbindung

Sie kennen das vielleicht: Vor einem öffentlichen Auftritt rennen Sie immer wieder zur Toilette, vor einem Date kriegen Sie keinen Bissen runter. 

Emotionen schlagen auf Magen und Darm. Und das ist auch kein Wunder, denn es gibt eine enge Verbindung des Verdauungsorgans mit unserer Psyche:

  • Serotonin: Das Glückshormon wird zu mehr als 90 Prozent im Dünndarm hergestellt.
  • Gehirn im Darm: Mediziner sprechen vom sogenannten enterischen Nervensystem (ENS). Das besteht aus rund 100 Millionen Nervenzellen und reguliert die Verdauung.
  • Darm-Hirn-Achse: Eine Art Datenautobahn, auf der Informationen zwischen beiden Organen ausgetauscht werden. Übrigens: 90 Prozent der Information gehen vom Darm zum Gehirn und nur zehn Prozent in die andere Richtung.
  • Vagusnerv: Er ist an vielen wichtigen Aufgaben der Verdauung beteiligt. Der Vagusnerv ist im vegetativen Nervensystem dafür verantwortlich, dass wir entspannen können und zu Ruhe kommen. Daher wird er von Experten oft auch als Ruhe-Nerv bezeichnet.
  • Mikrobiom: Neue Untersuchungen zeigen, dass es auch eine direkte Verbindung zwischen dem zentralen Nervensystem (ZNS) und den Mikroorganismen im Darm, also dem Mikrobiom, gibt. Es gibt daher Experten, die anstelle von Mikrobiom schon von Psychobiom sprechen.

Daher ist klar: Achten Sie auf Ihre Darmgesundheit und kümmern sich insbesondere auch um eine gesunde Darmbarriere. So unterstützen Sie gleichzeitig auch Ihre Psyche. Zusätzliche regelmäßige Entspannungsmomente im Alltag helfen, Ihren Reizdarm zu beruhigen.

Ich-Zeit einplanen hilft auch dem Reizdarm

Achtsam sein, auf den Körper hören, für regelmäßige Entspannung sorgen – das hilft vielen Reizdarmsyndrom-Patienten, ihren Darm zu entspannen und sich besser zu fühlen. 

Dabei gilt: Einfach ausprobieren, was Ihnen am besten bekommt. Manche entspannen sich aktiv beim Sport, Yoga oder Waldspaziergang. Andere brauchen Ruhe, nehmen ein Vollbad, lesen ein Buch oder meditieren. 

Doch warum ist Entspannung bei Reizdarm so wichtig? Das hängt mit der komplexen Verbindung zwischen unserer Psyche und dem Darm zusammen:

  • Über die Darm-Hirn-Schranke findet zum Beispiel ein direkter Austausch an Informationen zwischen beiden Organen statt.
  • Der Vagusnerv ist sowohl an vielen Verdauungsvorgängen beteiligt als auch im vegetativen Nervensystem für Ruhe und inneren Ausgleich verantwortlich.
  • Bekannt ist heute auch, dass Reizdarm-Patienten empfindlicher auf Schmerz im Darm reagieren als gesunde Menschen.
  • Viele Betroffene fühlen sich außerdem gestresst und haben depressive Verstimmungen.

Entspannung tut dem Reizdarm gut

Manchmal ist der Alltag so hektisch, dass die Zeit mit sich selbst verloren geht. Die Kinder müssen nach der Schule zum Sport oder auf einen Kindergeburtstag, der Kühlschrank muss gefüllt werden und die Wäsche stapelt sich. Da ist oftmals kaum daran zu denken, fünf Minuten in Ruhe durchzuatmen. Doch genau das ist für Reizdarm-Patienten besonders wichtig.

Deshalb hier es einige Tipps, die Ihnen dabei helfen, regelmäßige Entspannung einzuplanen:

  • Feste Termine einplanen: Wenn Sie einen festen Termin für Ihre Ich-Zeit in den Kalender einplanen, fällt es Ihnen leichter, sie einzuhalten.
  • Rituale schaffen: Es gibt Apps, die Sie daran erinnern, zu einer bestimmten Uhrzeit innezuhalten. Um 16 Uhr klingelt dann zum Beispiel Ihr Handy und macht Sie darauf aufmerksam, eine kurze Pause zu machen und die Zeit für Atemübungen zu nutzen. Kurze Entspannungsrituale werden bald schon so selbstverständlich wie das Zähneputzen.
  • Mit Freunden verabreden: Wenn Ihr innerer Schweinehund sehr groß ist und es Ihnen immer wieder sehr schwerfällt, aktiv zu werden, verabreden Sie sich mit guten Freunden. Auch ein gemeinsamer langer Spaziergang im Wald entspannt.
  • Im Kurs aktiv werden: Alleine im Wohnzimmer Yoga zu machen oder zu meditieren ist oftmals besonders für Anfänger eine Herausforderung. Mehr Spaß macht das Üben unter Anleitung und zusammen mit Gleichgesinnten.

Fehlende Enzyme führen zu Darmproblemen

Bei vielen Reizdarm-Patienten entstehen Symptome aufgrund einer Laktose- oder Fruktose-Intoleranz. Andere reagieren sensitiv auf Gluten oder leiden sogar an einer Zöliakie. Doch was genau ist da los in Ihrem Darm und was können Sie unternehmen?

Laktose- und Fruktose-Intoleranz

Für die Verstoffwechslung von Laktose und Fruktose im Darm werden Enzyme gebraucht. Bei Milchzucker ist das die Laktase, bei Fruktose ist es der sogenannte GLUT-5-Transporter.

Sind diese Enzyme nicht in ausreichender Menge vorhanden, entstehen nach dem Verzehr von Milchzucker oder Fruchtzucker die Gase Methan (CH4), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserstoff (H2).

Eine Unverträglichkeit kann sich folgendermaßen ausdrücken:

  • Betroffene bekommen teils starke Blähungen.
  • Der Druck im Bauch fühlt sich unangenehm an, man hat Sorge, dass unangenehme Töne und Gerüche entweichen.
  • Menschen mit Laktose-Intoleranz haben nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten oft Durchfall: Da Laktose auch Wasser im Darm bindet, erhöht sich der osmotische Druck und weiteres Wasser schießt in den Darm.
  • Bei Menschen mit Fruktose-Intoleranz kann es über die Zeit auch zu einer Veränderung der Darmflora kommen. Die Lösung: Die Menge an konsumiertem Fruchtzucker reduzieren und so die Beschwerden lindern.

Zöliakie und Glutensensitivität

Menschen mit Glutensensitivität reagieren – wie das Wort schon sagt – empfindlich auf Gluten. Das ist das Klebereiweiß in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel und Grünkern. 

Zöliakie hingegen ist eine ernste Autoimmunerkrankung des Darms. Betroffene müssen penibel darauf achten, kein Gluten zu sich zu nehmen, da selbst geringste Kontaminationen mit Mehlstaub bei ihnen bereits heftige Reaktionen auslösen. Das kann schwere Folgen haben:

  • Im Darm kommt es zu teils schweren Entzündungen. 
  • Die wichtigen Darmzotten werden zerstört.
  • Das Nervensystem des Darms wird geschwächt.

Was tun bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

  • H2-Atemtest: Mit einem einfachen H2-Atemtest kann der Arzt untersuchen, ob Sie eine Laktose- oder Fruktose-Intoleranz haben. Hierfür nehmen Sie auf nüchternen Magen entweder Milchzucker oder Fruchtzucker zu sich. Der Arzt misst, ob Sie Wasserstoff mit ausatmen. Wasserstoff kommt ansonsten nicht im Körper vor.
  • Antikörper-Test: Wenn der Verdacht besteht, dass Sie an Zöliakie erkrankt sind, kann der Arzt zunächst im Blutbild die Transglutaminase lgA- und lgG-Antikörper testen. Sind diese erhöht, wird im Anschluss eine Darmspiegelung gemacht. Ist die Schleimhaut entzündet und die Zotten haben sich zurückgebildet, bestätigt sich die Zöliakie. Ein konsequenter Verzicht auf Gluten ist unbedingt nötig.
  • Ernährungsberatung: Nahrungsmittelunverträglichkeiten erfordern eine Ernährungsumstellung. Nach einer Diagnose beim Arzt hat dieser die Möglichkeit, ein Rezept für eine Ernährungsberatung auszustellen. Außerdem gibt es zahlreiche Bücher, in denen erklärt wird, auf was zu achten ist, die Lebensmittellisten anbieten und leckere Rezeptideen vorstellen.

Leide ich unter Reizdarm?

Schon wieder Durchfall, der Bauch tut weh und ist aufgebläht. Wenn Sie anhaltend oder immer wieder an den typischen Reizdarmsymptomen leiden, brauchen Sie vor allem eins: Klarheit. Was ist mit Ihrer Verdauung los? Was können Sie tun?

Für die Diagnose führt der Arzt eine Ausschlussdiagnose durch und klärt dabei, ob es andere organische Erkrankungen gibt, die hinter den Beschwerden stecken. Der Arzt muss sich dafür zunächst ein genaues Bild davon machen, wie sich der Reizdarm bei Ihnen bemerkbar macht.

In einem Gespräch wird der Arzt zunächst einige Fragen stellen:

  • Was sind die Hauptsymptome?
  • Ist es eher Durchfall
  • Sind es Blähungen oder Verstopfung?
  • Wann treten die Beschwerden auf? Nach dem Essen?
  • Gibt es bestimmte Lebensmittel, die nicht gut vertragen werden? 

Nach Klärung dieser Fragen entscheidet der Arzt über die weitere Diagnostik und über Maßnahmen wie Blutbild, Ultraschall und Darmspiegelung.

Symptomtagebuch führen bringt Klarheit

Für eine schnelle Diagnose des Reizdarmsyndroms ist es sinnvoll, wenn Sie ein Tagebuch führen. Hier schreiben Sie Ihre Symptome im Zusammenhang mit dem Reizdarm auf.

Wenn Sie Ihre Beschwerden zum Beispiel über zwei Wochen vor einem Arztbesuch regelmäßig und genau notieren und das Tagebuch Ihrem Arzt vorlegen, erleichtert das die Diagnosestellung.

Darüber hinaus verschafft Ihnen die Dokumentation mehr Klarheit darüber, was Ihnen guttut und was nicht. So ist es einfacher Ihren Lebensstil daran anzupassen, damit sich Ihr Darm beruhigen kann und Sie sich schnell besser fühlen.

In Ihrem Reizdarm-Tagebuch sollten Sie folgendes aufschreiben:

  • Essen: Was habe ich gegessen, in welcher Menge und zu welcher Uhrzeit?
  • Reizdarm-Symptome: Wann hatte ich Durchfall, Blähungen oder andere Symptome und wie stark waren meine Beschwerden?
  • Stimmung: Wie habe ich mich dabei gefühlt?

Reizdarm-Tagebuch zum Downloaden

Reizdarm-Ratgeber

Noch mehr Informationen zum Thema Reizdarm finden Sie auf unserem speziellen Reizdarm-Ratgeber.