Was passiert bei Übelkeit und Erbrechen

Das kennen die meisten schon aus Kindertagen: ein Eimer neben dem Bett, weil einem so übel ist, dass man befürchtet, zu brechen und es nicht mehr schnell genug zur Toilette zu schaffen. Übelkeit (Nausea), Brechreiz und Erbrechen (Vomitus) können Betroffenen sehr zu schaffen machen. Oft fühlen sie sich hundeelend. Meist ist einem zuerst übel. Wenn das Gesicht blass wird, sich Schweiß auf der Stirn bildet und Speichel in den Mund schießt, muss man sich kurz später meist auch übergeben. Viele haben auch ein Druckgefühl im Magen und Darm.

Übelkeit und Erbrechen können zudem mit einer Reihe von weiteren Symptomen einhergehen. Welche das sind, hängt mit den Ursachen für die Übelkeit und das Erbrechen zusammen. Typische Begleitsymptome sind Kopfschmerzen und Fieber. Auch vergeht einem der Appetit auf jegliches Essen. Alleine der Gedanke daran kann Brechreiz auslösen. Wenn Schwindel dazu kommt, man sich taumelig fühlt, ist das für viele besonders unangenehm. Weitere Begleitsymptome können zum Beispiel starke Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Husten und Rückenschmerzen sein. 

Wichtig zu wissen: Bei Erbrechen, wie auch beim Durchfall, kann es zum Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten im Körper kommen. Besonders bei Kindern und Senioren ist es daher wichtig, die Symptome ernst zu nehmen.

Besser wissen, was Übelkeit und Erbrechen ausgelöst hat

Übelkeit und Erbrechen können ganz verschiedene Ursachen haben. Manche sind harmlos, bei anderen ist es wichtig, schnell ärztliche Hilfe zu holen. Meist ist die erste Frage an Betroffene: Hast Du etwas Falsches gegessen? Doch auch auf Reisen können einen Übelkeit und Erbrechen erwischen. Beides ist auch typisch bei Migräne und oftmals ein Symptom bei Reizmagen, Reizdarmsyndrom oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Viele Schwangere werden von Morgenübelkeit geplagt und müssen sich regelmäßig übergeben. Ernster ist es, wenn Übelkeit und Erbrechen als Symptom eines Herzinfarkts auftreten oder bei Hirnhautentzündung, akuten Gallen- oder Leberproblemen sowie Nieren- und Harnleitersteinen.

Magen-Darm-Infekte

Übelkeit und Erbrechen sind typische Symptome bei viralen und bakteriellen Magen-Darm-Infekten. Sie treten oftmals mit starkem Durchfall und Fieber auf. Das einem übel wird und man erbrechen muss, liegt meist daran, dass die Magenschleimhaut von den Erregern angegriffen wird. Der Körper will sich dagegen wehren und die Viren und Bakterien wieder los werden. Die Schädigung der Magenschleimhaut durch die Erreger kann im Gehirn Brechreiz auslösen.

Das Erbrechen ist ein Schutzreflex des Körpers, der auf diese Weise versucht, die unerwünschten Eindringlinge wieder aus dem Körper zu befördern.

Verdorbenes Essen

Frische Muscheln, roher Fisch, Eierspeisen, Hühnchen – besonders im Sommer, wenn es draußen drückend heiß ist und die Hygiene nicht richtig eingehalten wird, kann Essen verderben. Wer dann zugreift, hat sich schnell den Magen verdorben, bekommt Bauchkrämpfe, Durchfall und muss sich häufig auch übergeben. Verantwortlich dafür sind meist Bakterien. Ein sicherer Indikator für eine solche Lebensmittelvergiftung ist, dass auch andere Personen betroffen sind. Wer starke Symptome hat, sollte einen Arzt aufsuchen.

Migräne

Wer unter Migräne leidet, kennt das: Die Kopfschmerzattacken treten anfallsartig auf, bei manchen Patienten einige Male im Jahr, bei anderen bis zu täglich.

Betroffene können ihrem normalen Tagesablauf bei einer Attacke nicht mehr nachgehen. Stattdessen haben sie das Bedürfnis, sich hinzulegen und im Dunkeln zu sein. Begleitend zu den Kopfschmerzen leiden sie meist auch an Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Wer gegen Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) intolerant ist, sensitiv auf Gluten reagiert oder sogar an Zöliakie leidet, kann mit Übelkeit und Erbrechen reagieren, wenn er Lebensmittel zu sich nimmt, die genau diese Inhaltsstoffe enthalten. Die Symptome bessern sich in der Regel, wenn sie ausgelassen werden.

Reisekrankheit

Wenn einem unterwegs im Auto, Bus, der Bahn, auf dem Schiff oder im Flugzeug spei übel wird, ist das die Reisekrankheit. Mediziner sprechen auch von Bewegungskrankheit (Kinetose). Typisches Symptom ist Übelkeit, die sich soweit steigern kann, dass gebrochen werden muss. Kinder und Frauen leiden häufiger an der Reisekrankheit als Männer. Die Reisekrankheit entsteht aufgrund widersprüchlicher Sinneseindrücke. Die Augen melden keine oder wenig Bewegung an das Gehirn, während das Innenohr gleichzeitig intensive Bewegungen registriert. Stress entsteht und das Gehirn schüttet Botenstoffe wie Histamin aus. Das Brechzentrum wird dadurch getriggert, und es kommt zu Übelkeit und Erbrechen.

Reizmagen und Reizdarm

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den Hauptsymptomen des gereizten Magens und Darms. Sie können begleitet werden von anderen Symptomen, wie Durchfall und Blähungen, aber auch alleine auftreten. Wenn die Auslöser des Reizmagens und Reizdarms behandelt werden, bessern sich die Symptome. Ist das nicht der Fall, können sie wiederkehrend und chronisch auftreten.

Schwangerschaftsübelkeit

Viele Schwangere leiden an Übelkeit, die so schlimm werden kann, dass sie sich erbrechen müssen. 

Häufig sind die Symptome morgens am schlimmsten, weshalb oft auch von morgendlicher Übelkeit gesprochen wird. Doch tatsächlich können sie zu jeder Tageszeit auftreten.

Mediziner vermuten, dass die Übelkeit durch das Schwangerschaftshormon hCG verursacht wird. Auch niedriger Blutdruck und eine gesteigerte Produktion von Magensäure können eine Rolle spielen.

Stress und Angst

Stress und Angst können auch körperliche Symptome verursachen. Die einen bekommen bei Prüfungsangst Durchfall, anderen wird übel und sie müssen sich erbrechen.

Genauso kann es bei anhaltendem Stress sein, wenn im Büro ein Projekt unter immensem Zeitdruck durchgeboxt werden muss oder einem die Renovierung der Wohnung über den Kopf wächst.

Den Magen beruhigen können hier Atemübungen, Meditation und Bewegung an der frischen Luft.

Herzinfarkt

Viele haben schon gehört, dass Schmerzen im linken Arm auf einen Herzinfarkt hindeuten. Doch es gibt auch einige unspezifische Symptome des Herzinfarkts. Dazu gehören auch Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch.

Sind diese Symptome so stark, wie man es zuvor noch nicht erlebt hat, ist es wichtig, umgehend den Notarzt zu rufen (Empfehlung der Deutschen Herzstiftung).

Hätten Sie’s gewusst? – So entstehen Übelkeit und Erbrechen

  • Übelkeit entsteht im Kopf, und zwar dann, wenn das Brechzentrum aktiviert wird.
  • Das Brechzentrum befindet sich am Übergang von Gehirn in das Rückenmark.
  • Erhält es Signale aus dem Magen, z. B. aufgrund einer entzündeten Magenschleimhaut, oder werden von den Augen und Innenohren unterschiedliche Bewegungssignale wahrgenommen, wird das Brechzentrum getriggert.
  • Das führt dazu, dass bestimmte Botenstoffe, wie Histamin, ausgeschüttet werden. Zu viel Histamin kann Übelkeit auslösen.
  • Die Übelkeit kann so stark werden, dass sich Betroffene erbrechen müssen.

Schnell und wirksam etwas gegen Übelkeit und Erbrechen tun

Übelkeit und Erbrechen können einem ganz schön zu schaffen machen. Wer wünscht sich da nicht schnelle Hilfe und Besserung? Nicht immer treten die Beschwerden jedoch dann auf, wenn die Apotheken geöffnet haben und nicht jeder hat eine Apotheke in der Nachbarschaft.

Daher ist es ratsam, ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen in seiner Haus- und Reiseapotheke zu haben – ein sogenanntes Antiemetikum. Bewährt hat sich hier der Wirkstoff Dimenhydrinat, zum Beispiel enthalten in Vomex A®.

Dimenhydrinat

Zu Übelkeit kommt es, wenn körpereigene Botenstoffe wie Histamin das Brechzentrum im Gehirn aktivieren. Der Wirkstoff Dimenhydrinat greift in diesen Vorgang ein, indem er die Histamin-Rezeptoren blockiert und somit das Brechzentrum weniger aktiviert wird. So wird die Entstehung von Übelkeit und Erbrechen zuverlässig unterdrückt. Betroffenen geht es schnell besser. 

Dimenhydrinat ist in verschiedenen Darreichungsformen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich:

  • als Dragees, die schnell und einfach einzunehmen sind,
  • als Retardkapseln, bei denen der Wirkstoff langsam und über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird,
  • als Zäpfchen für Kinder und Erwachsene, vor allem geeignet bei zusätzlichem Erbrechen,
  • als Sirup, individuell dosierbar für die ganze Familie,
  • als Sublingualtabletten, für die Einnahme unterwegs ohne Wasser.

Ob man sich für Tabletten, Sirup oder Zäpfchen entscheidet, hängt auch mit den Begleitsymptomen der Übelkeit zusammen. Für diejenigen, die sich auch übergeben müssen, sind Zäpfchen eine gute Wahl. Wer auch an Durchfall leidet, sollte eher auf Sublingualtabletten zurückgreifen, da hier die Aufnahme des Wirkstoffs bereits im Mund beginnt. 

Dimenhydrinat hilft gegen Übelkeit aufgrund ganz unterschiedlicher Ursachen: bei Reiseübelkeit und Seekrankheit, Übelkeit aufgrund einer Magen-Darm-Infektion, einem verdorbenen Magen oder bei Migräne sowie bei Schwangerschafts- bzw. hormonell-bedingter Übelkeit. Der Wirkstoff ist auch in niedrigerer Dosierung für Kinder erhältlich.

Wann zum Arzt?

Wem übel ist und wer sich übergibt, muss noch nicht direkt zum Arzt. Oftmals helfen die Hausapotheke und Hausmittel weiter, um sich bald wieder besser zu fühlen. Wenn die Symptome jedoch anhalten oder regelmäßig auftreten, ist es wichtig, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Das ist auch dann der Fall, wenn man begleitend starke Bauchschmerzen hat, hohes Fieber dazu kommt oder Blut erbrochen wird. Ein Warnsignal sind Übelkeit und Erbrechen auch dann, wenn zuvor selbstgesuchte Waldpilze gegessen wurden. Auch wenn beides in einem ungewohnt heftigen Ausmaß auftritt, wie man es bisher nicht kannte, sollte man zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Gegebenenfalls sollte auch der Notarzt gerufen werden. Wenn Schwangeren anhaltend übel ist und sie sich erbrechen müssen, ist es ebenfalls ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Wenn einem unterwegs schlecht wird

Im Auto hinten sitzen und die Serpentinen in den Bergen hoch- und runterfahren. Bremsen, wieder beschleunigen. Für viele mit Reisekrankheit führt allein die Vorstellung schon zu Unbehagen. Auch schwierig sind Fahrten in fröhlich schaukelnden Bussen für Menschen, deren Magen sich unterwegs schnell umstülpt. Genauso ist es auf Schiffen. Da reicht schon leichter Seegang, schlimm wird es aber, wenn die Wellen ordentlich Fahrt aufnehmen oder auf Flugreisen, wenn die Turbulenzen so stark sind, dass die Spucktüte zum Einsatz kommt. Kinder und Frauen werden eher reisekrank als Männer. 

Mediziner sprechen bei Reisekrankheit auch von Bewegungskrankheit (Kinetose): Sie tritt immer dann auf, wenn die Betroffenen unterwegs sind und ungewohnte Bewegungen oder Beschleunigungen erleben. Doch wie kommt es dazu? Die Augen können die gefühlte Bewegung im Auto, Schiff oder Flugzeug nicht nachvollziehen, sodass es im Gehirn zu einem Fehlersignal kommt. Auf einer längeren Schifffahrt kann die Seekrankheit mehrere Tage andauern, bis sich der Körper an das Schaukeln gewöhnt.

Wer folgende Tipps einhält, kann Übelkeit und Erbrechen unterwegs vorbeugen:

An den Horizont schauen und einen Punkt fixieren: Im Auto ist es am besten, während der Fahrt aus dem Fenster nach vorne auf die Straße zu schauen. So kann auch die weitere Umgebung wahrgenommen werden. Wer auf einem Schiff ist, bleibt besser an Deck und blickt auf den Horizont.
Auf schweres, fettiges Essen verzichten: Wer unterwegs einen leeren Magen hat und leichte Kost zu sich nimmt, hilft dem Magen und tut etwas gegen Übelkeit. 
Frische Luft hereinlassen: Bei der Fahrt im Auto ein Fenster geöffnet lassen oder auf dem Schiff an Deck bleiben – frische Luft tut gut und beugt Übelkeit vor.
Auf das Handy und Lesen verzichten: Unterwegs Nachrichten und E-Mails abrufen, muss manchmal jobbedingt sein. Wer jedoch leicht mit Reiseübelkeit zu tun hat, sollte das Handy in der Tasche lassen. Lesen – auch in Büchern oder Zeitschriften – bringt die Sinneswahrnehmung noch mehr durcheinander. Das kann leicht vermieden werden.
Ingwerwasser trinken: Ingwer hat Inhaltsstoffe, die gegen Übelkeit helfen und ihr vorbeugen. Wer verreist, kann sich zum Beispiel frischen Ingwer in eine Flasche Wasser schneiden und das Wasser dann nach und nach trinken. Unterstützen kann es auch, zwischendurch ein Ingwerbonbon zu lutschen.
Schlafen oder Dösen: Wer es schafft, unterwegs die Augen zu schließen und zu dösen oder gar einzuschlafen, umso besser. Die Zeit vergeht gefühlt schneller und die Reiseübelkeit hat wenig Chance.
Ein Mittel gegen Reiseübelkeit dabeihaben: Wer anfällig für Reiseübelkeit und Erbrechen unterwegs ist, kann im besten Fall schon vor Reiseantritt ein sogenanntes Antiemetikum mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat einnehmen und somit wirksam und sicher vorbeugen, dass sich einem nicht der Magen dreht.

Meist passt es gerade gar nicht

Übelkeit kann aus heiterem Himmel auftreten. Gerade war noch alles gut und dann fühlt man sich auf einmal hundeelend. Man kann gar nicht mehr ans Essen denken und braucht dringend frische Luft. Oft wird die Übelkeit so stark, dass man sich übergeben muss. Besonders unangenehm ist das, wenn das ohne Vorankündigung unterwegs, bei der Arbeit oder bei Freizeitaktivitäten passiert.

Plötzliche Übelkeit kann ganz verschiedene Auslöser haben. Oft lässt sich jedoch anhand der Situation ableiten, in der sie auftritt, was die Ursache ist. Klagen Kinder bei der Autofahrt auf einmal, dass ihnen schlecht ist, sind sie sehr wahrscheinlich reisekrank. Tritt die Übelkeit zusammen mit Durchfall, Blähbauch und erhöhter Temperatur auf, ist das wohl ein Magen-Darm-Infekt. Schwangere wissen, dass vielen Frauen schlecht wird. Auch wenn jemand aufgeregt ist oder wer zu viel Kaffee getrunken hat, kann plötzlich Übelkeit entwickeln.

Was tun bei plötzlicher Übelkeit

Ruhe: Wem übel ist, der braucht Ruhe. Deshalb Musik oder Fernsehen ausschalten.
Frische Luft: Frische Luft ist für viele bei Übelkeit ganz wichtig. Daher die Fenster ganz auf machen und wenn möglich richtig Stoßlüften. Bei leichter Übelkeit kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft helfen.
Ablenkung: Besonders wenn es Kindern schlecht geht, kann es helfen, wenn sie eine Geschichte vorgelesen bekommen oder unterwegs „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ mit ihnen gespielt wird (möglichst mit Blick nach draußen).
Beruhigende Tees: Kamillentee, Ingwertee oder Fencheltee eignen sich gut bei Übelkeit, um den Magen wieder zu beruhigen.
Eine Kleinigkeit essen: Wem nur leicht übel ist, kann seinen Magen mit kleinen Bissen Weißbrot oder Zwieback versuchen zu beruhigen.

Wichtig: Klagen Kinder plötzlich über Übelkeit, sollte unbedingt genau hingeschaut werden. Sie könnten draußen unbemerkt giftige Beeren gegessen haben oder Haushaltsreiniger getrunken haben. Wer sich unsicher ist, wendet sich am besten an die Informationszentrale gegen Vergiftungen (www.gizbonn.de). Die Hotline ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar: 0228 19240.

Wenn den Kleinen schlecht ist

„Mama, mir ist schlecht“ – schön, wenn der Nachwuchs schon sprechen und sagen kann, was los ist. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das anders. Bei ihnen muss noch genauer hingeschaut werden, warum sie sich übergeben müssen.

Es gibt ganz unterschiedliche Ursachen, warum den Kleinen schlecht wird. Die häufigsten sind:

  • Magen-Darm-Infektionen durch Viren oder Bakterien
  • Lebensmittel, die das Kind nicht vertragen hat (z. B. zu fette oder blähende Speisen, eiskalte Getränke) oder an die es nicht gewöhnt ist (etwa im Urlaub)
  • Auf Reisen, z. B. bei längeren Autofahrten
  • Aufregung (auch freudige) oder Stress
  • Seelische Ursachen, etwa durch Überforderung in der Schule
  • Kopfschmerzen (z. B. im Zusammenhang mit Migräne)
  • Gehirnerschütterung nach Stürzen

Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht so entwickelt wie bei Erwachsenen, sodass sie zum Beispiel anfälliger für Magen-Darm-Infekte sind.

Wichtig ist: Bei Kindern immer also genau hinschauen, was los ist und die Kleinen unterstützen. Sie können selbst noch nicht einschätzen, warum ihnen schlecht ist.

Die folgenden Tipps helfen:

  • Beruhigen und Trösten: Wenn die Kleinen noch gar nicht wissen und einschätzen können, warum ihnen schlecht ist, ist es wichtig, sie zu beruhigen. Dabei erklären, dass die Übelkeit wieder vorbei geht und besprechen, was man gemeinsam dafür tun kann.
  • Getränke anbieten: Besonders dann, wenn Kinder auch brechen müssen oder Durchfall haben, ist es wichtig, dass sie genug trinken. Stilles Wasser oder Tees aus Kamille, Fenchel, Kümmel oder Anis helfen, den Magen zu beruhigen.
  • Wärmflasche oder Körnerkissen auf den Bauch legen: Auf dem Sofa in eine Wolldecke eingekuschelt und dann auf den Bauch noch eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen. Das hilft, Kind und Bauch zu beruhigen. Doch Achtung: Wärmflasche und Körnerkissen nicht direkt auf die Haut legen, sondern ein Handtuch dazwischen legen, damit es nicht zu heiß ist.
  • Schonkost zubereiten: Meist vergeht einem bei Übelkeit der Appetit. Das ist auch bei Kindern so. Und wenn sie sich richtig elend fühlen, ist es auch okay, wenn sie ein, zwei Tage keine feste Nahrung zu sich nehmen. Wer möchte, kann ihnen dann einen Löffel Honig in den Tee geben. Wenn es wieder etwas besser geht, kann den Kleinen der Einstieg ins Essen mit Zwieback, Banane oder Salzstangen vereinfacht werden. Auch eine Gemüsebrühe zwischendurch ist gut, vor allem dann, wenn die Kleinen auch brechen mussten. Sie hilft, den Flüssigkeits- und Elektrolyt-Haushalt auszugleichen.
  • Für frische Luft sorgen: Lüften, lüften, lüften oder nach Möglichkeit auch ein Spaziergang an der frischen Luft helfen, sich direkt ein bisschen besser zu fühlen.

Wichtig:

Zum Arzt müssen Kinder, wenn Übelkeit und Erbrechen andauern. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist es ratsam, in jedem Fall den Kinderarzt aufzusuchen. Bei Ihnen kann es bei Erbrechen, wie bei Durchfall, zu ernsten Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten kommen. Der Arzt sollte daher unbedingt schauen, was die Ursache ist und gegebenenfalls ein Medikament verordnen. 

Klagen Kinder plötzlich über Übelkeit, könnten sie unbemerkt giftige Beeren gegessen oder Haushaltsreiniger getrunken haben. Wer sich unsicher ist, wendet sich am besten an die Informationszentrale gegen Vergiftungen (www.gizbonn.de). Die Hotline ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar: 0228 19240.

Wenn der Kopf hämmert und sich der Bauch umdreht

Starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen – wer eine Migräneattacke hat, legt sich hin, braucht Ruhe und Dunkelheit. 15 bis 25 Prozent der Frauen in Deutschland leiden an Migräne und 10 bis 17 Prozent der Männer. Sie ist damit eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Migräneattacken treten bei manchen ein paar Mal im Jahr auf und bei anderen mehrmals im Monat. Manche Betroffene haben sogar beinahe täglich mit Migräne zu tun und leiden sehr unter den Symptomen.

Wer akut an einer Migräneattacke leidet, hat in der Regel keinen oder nur wenig Appetit. 80 Prozent der Betroffenen leiden an Übelkeit, 50 Prozent müssen sich erbrechen. Auch Blähungen, Bauchschmerzen,Sodbrennen und Geruchsempfindlichkeit sind ganz typische Symptome bei Migräne.

Übelkeit und Erbrechen sind eine Begleitreaktion davon, dass es bei Migräne zu einer Nervenzellen- und Entzündungsreaktion im Gehirn kommt, die auch das Brechzentrum im Gehirn stimuliert.

Auslöser kennen und vermeiden

Migräne kann nicht geheilt werden. Es ist jedoch bekannt, dass es Trigger für die heftigen Kopfschmerzattacken gibt. Die sind bei Betroffenen sehr individuell. Dazu gehören folgende Faktoren:

  • Wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Unregelmäßiger Tagesablauf mit langen Abständen zwischen den Mahlzeiten
  • Bei Frauen: Hormonschwankungen im Zyklus
  • Seelische und körperliche Belastungen
  • Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Käse oder Rotwein
  • Äußere Reize, wie sehr helles, flackerndes Licht oder Lärm
  • Wetter- und Höhenveränderungen
  • Medikamente, wie etwa die Anti-Baby-Pille

Wichtig ist, seine Trigger zu kennen und den Lebensstil so anzupassen, dass diese Faktoren reduziert werden. Dazu kommt eine vom Arzt verordnete und individuell abgestimmte medikamentöse Schmerztherapie, die hilft, wenn es mit den Kopfschmerzen los geht.

Wer an Übelkeit und Erbrechen leidet, kann mit einem Mittel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat schnell Linderung bekommen. Das Mittel wirkt direkt auf das Brechzentrum und dämpft dessen Aktivität.

Sich und andere vor Noroviren und Co. Schützen

Wer sich plötzlich ohne große Vorankündigung hundeelend fühlt und sprichwörtlich die Seele aus dem Leib spucken muss, kann sich möglicherweise mit Noroviren infiziert haben. Auch im Verlauf einer Infektion mit Rotaviren kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
Meist gehen die Symptome mit Durchfall, Kopf und Gliederschmerzen und Fieber einher. Die Viren sind hochansteckend. Sie verbreiten sich besonders einfach zwischen Oktober und März.

Infektionen müssen vom Arzt an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Um sich gar nicht erst anzustecken

  • Händewaschen: Regelmäßig mit Seife und warmen Wasser die Hände waschen, dabei auch an die Fingerzwischenräume denken und die Handoberflächen. Dann bis 20 zählen und mit warmem Wasser abspülen – das hilft, Infektionen mit Rota- und Noroviren vorzubeugen.

Wenn der Magen-Darm-Infekt in vollem Gange ist

  • Bettruhe hilft: Meist geht es einem mit Magen-Darm-Infekt ohnehin so elend, dass man gar nichts anderes machen möchte, als im Bett zu liegen und dass ist auch sinnvoll. Der Körper kämpft gegen einen Virus und am besten hilft da Schonung.
  • Genug trinken ist wichtig: Wer sich stark erbrechen muss und Durchfall hat, verliert viel Wasser und wichtige Elektrolyte, wie Magnesium, Kalium, Eisen etc. Um einer Dehydrierung vorzubeugen, ist es daher ganz wichtig, stilles Wasser und Tees zu trinken. Auch Gemüsebrühe gleicht den Haushalt gut aus.
  • Schonkost: Wer langsam wieder feste Nahrung zu sich nehmen kann, beginnt am besten erst mit leichter Kost. Das können Zwieback, aber auch Bananen und Haferschleim mit Wasser gekocht sein.

Um andere zu schützen

  • Ansteckungszeiten beachten: Kinder dürfen nach einem Magen-Darm-Infekt erst wieder in die Kita oder Schule, wenn sie zwei Tage symptomfrei waren.
  • Hygiene einhalten: Gerade kleine Kinder stecken sich in der Kita schnell gegenseitig an. Wenn bei den erkrankten Kindern die Windeln gewechselt werden oder auch, wenn erkrankte Erwachsene auf Toilette waren, ist es wichtig, sich die Hände gründlich zu waschen und Flächen zu desinfizieren, die möglicherweise mit Stuhl und Krankheitserregern kontaminiert sind.

Bakterien-Infektionen am besten vermeiden

Wenn Bakterien die Übeltäter sind, kann auch das zu Übelkeit und Erbrechen führen. Zu den bakteriellen Magen-Darm-Infekten kommt es besonders häufig in den Sommermonaten, wenn die Bakterien ideale Bedingungen haben, sich auf rohem Fleisch und Fisch vermehren können.

  • Auf Hygiene achten: Das ist unabhängig von der Jahreszeit wichtig – in der Küche hygienisch zu arbeiten. Wer rohes Fleisch und besonders Geflügel sowie Fisch verarbeitet, sollte die Verpackung direkt im Müll entsorgen sowie das Brett und Messer, mit dem das Fleisch der Fisch geschnitten wurden, abwaschen. Wer zum Beispiel auf dem gleichen Brett Gemüse schneidet, riskiert die Verbreitung krankmachender Keime.
  • Gut reinigen: Wer Erbrechen muss, schafft es manchmal nicht bis zur Toilette. Wichtig ist dann, dass das Erbrochene schnell und gründlich beseitigt wird. Am besten werden Flächen und auch die Toilette gründlich mit Reinigungsmittel und Wasser gesäubert, gut getrocknet und im Anschluss desinfiziert.
  • Heiß waschen: Um eine Ansteckung innerhalb der Familie vorzubeugen, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist, ist es wichtig, Küchentücher, Handtücher und Bettwäsche regelmäßig zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen.
  • Regelmäßig lüften: Das Schlafzimmer, indem jemand mit verdorbenem Magen liegt, sollte regelmäßig stoßgelüftet werden.
  • Bettruhe, genug trinken, mit Schonkost anfangen: Wer sich den Magen verdorben hat, braucht Ruhe, um schnell wieder auf die Beine zu kommen und besonders wichtig ist es, genug zu trinken, um einer möglichen Dehydrierung vorzubeugen.
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