So macht sich Ihr Körper bei Verstopfung bemerkbar

Verstopfung (Obstipation) kann individuell ganz unterschiedliche Symptome verursachen:

  • Der Bauch fühlt sich aufgebläht und voll an.
  • An Essen mag man gar nicht denken. 
  • Beim Toilettengang nach ein paar Tagen muss gepresst und gedrückt werden.
  • Der Stuhl ist hart und es tut weh, ihn auszuscheiden. 

Keine Sorge: Wenn Sie mal einen Tag lang kein großes Geschäft verrichten können, ist das normal. Mediziner sprechen erst dann von Verstopfung, wenn der Toilettengang seltener als dreimal pro Woche möglich ist.
Das kann kurzfristig mal vorkommen, wenn zum Beispiel etwas Stopfendes gegessen wurde oder man auf Reisen ist. Die Obstipation kann jedoch auch chronisch verlaufen. Das ist dann der Fall, wenn verschiedene Kriterien erfüllt sind.

Ab wann hat man chronisch Verstopfung?

Wer über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten mindestens an zwei der folgenden Symptome leidet, dessen Verdauung ist chronisch träge:

  • Stuhlgang seltener als dreimal pro Woche.
  • Es muss stark gepresst werden.
  • Der Stuhl ist hart und hat eine klumpige Form.
  • Es bleibt das Gefühl, dass der Darm nicht richtig geleert werden konnte.
  • Subjektiv fühlt es sich so an, als sei der Darmausgang verschlossen.
  • Bei 25 Prozent oder mehr der Toilettengänge muss nachgeholfen werden, zum Beispiel, indem mit den Fingern der Stuhl aus dem Darmausgang ausgeräumt wird.

Chronische Obstipation ist eine der häufigsten Gesundheitsstörungen: fünf bis 15 Prozent der Deutschen haben andauernde Probleme mit ihrem Stuhlgang. Bei manchen von ihnen können organische oder erkrankungsbedingte Ursachen festgestellt werden. Mediziner sprechen dann von einer sekundären Verstopfung. 

Bei der primären Verstopfung können hingegen unter anderem Stress, Bewegungs- oder Flüssigkeitsmangel sowie eine träge Darmmuskulatur die Auslöser sein.

Bei welchen Symptomen von Verstopfung zum Arzt

Stellen Sie die oben genannten Symptome bei sich fest, sollten Sie sich untersuchen lassen. Meist sind die Ursachen für die chronische Verstopfung harmlos, es kann aber auch sein, dass eine ernste Erkrankung dahintersteckt, die behandelt werden muss.

Klar ist, dass sich eine anhaltende Verstopfung auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität auswirkt. Sie kann so stark ausgeprägt sein, dass die Arbeitsfähigkeit Betroffener darunter leidet. Häufigere Krankschreibungen und Arztgänge sind die Folge.

Wichtig: Wenn Ihr Darm wirklich streikt, ist das ein medizinischer Notfall, der ärztlich behandelt werden muss. Bei den folgenden Symptomen suchen Sie also bitte ein Arzt auf oder rufen Sie schlimmstenfalls den Notarzt, da ein Darmverschluss vorliegen kann: 

  • Sie können nicht zur Toilette.
  • Sie bekommen starke Bauchschmerzen.
  • Oftmals sind Fieber, Übelkeit und Erbrechen Begleiterscheinungen. 
  • Das kann so weit gehen, dass Sie sogar Stuhl erbrechen müssen.

Den Gründen für Verstopfung auf den Grund gehen

Obstipation gilt medizinisch nicht als eigene Erkrankung. Verstopfung kommt häufiger im Alter vor und betrifft eher Frauen als Männer. Sie kann verschiedene Gründe haben: 

  • Unausgewogene Ernährung
  • Stressiger Lebensstil
  • Ungesunde Angewohnheiten
  • Symptom einer ernsten Erkrankung 

Es kann sein, dass für die Obstipation keine organischen Ursachen vorliegen. Mediziner sprechen dann von einer funktionellen Verstopfung. Möglicherweise liegt aber auch eine
verlangsamte Darmaktivität oder ein Beckenbodenproblem vor.

Lebensalter und Geschlecht sind Faktoren für Verstopfung

Ältere Menschen und Frauen leiden häufiger an Verstopfung. Mediziner sehen vor allem ab dem 65. Lebensjahr eine Zunahme der Häufigkeit. 

In diesem Alter sind mehr Menschen auf Medikamente angewiesen, die als Nebenwirkung Obstipation verursachen, und sie haben häufiger Erkrankungen, die den Darm träge machen. 

Bei Frauen kommt hinzu, dass sich mit den Wechseljahren der Hormonhaushalt ändert und sich dadurch auch die Verdauungstätigkeit verlangsamen kann.
 

Essen und Trinken beeinflussen Obstipation

Was wir essen und wie viel wir trinken, wirkt sich auf unsere Verdauung aus. Greifen Sie eher bei ballaststoffreichem Essen zu, unterstützen Sie eine gesunde Verdauung. 

Eine ganze Reihe von Lebensmitteln ist hingegen dafür bekannt, dass sie stopfend wirken. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Schokolade
  • Käse
  • Reis
  • fett- und zuckerreiche Fertiggerichte
  • Weißmehlprodukte, wie Toast, Kekse und Kuchen

Verstopfung kann auch ein Anzeichen dafür sein, dass Sie zu wenig getrunken haben. Hauptsymptome einer Dehydrierung sind neben einer Obstipation:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Dunkelgelber Urin

Daher ist es wichtig, dass Sie bei Verstopfung auf Ihre Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Aufschieben des Toilettengangs

Natürlich ist das stille Örtchen zu Hause am schönsten. Das führt dazu, dass manche Menschen ihren Stuhldrang bei der Arbeit, Freizeit-Aktivitäten oder dem Einkaufsbummel unterdrücken.
Sie gehen erst auf die Toilette, wenn sie wieder zu Hause sind. 

Doch Vorsicht: Studien zeigen, dass sich durch ein regelmäßiges Aufschieben des Toilettengangs die Verdauung verlangsamt, sich die Stuhlmenge verringert, und es so zur Verstopfung kommt.

Erkrankungen, die Verstopfung auslösen

Obstipation kann als Folge von ganz unterschiedlichen Erkrankungen auftreten. Mediziner sprechen dann von einer sekundären Verstopfung:

  • Depressionen: Wer an Depressionen leidet, hat häufig auch Verstopfung. Experten machen dafür einen Mangel des Glückshormons Serotonin verantwortlich, das zu 95 Prozent im Darm vorkommt. Zu einem Mangel kann es durch ein Ungleichgewicht der Darmbakterien kommen, welche L-Trypthophan aus der Nahrung verstoffwechseln. In den Nervenzellen wird diese wichtige Aminosäure zu Serotonin umgewandelt.
  • Diabetes mellitus: Eine der häufigen Folgen einer Zuckererkrankung ist die Schädigung der Nerven. Da der Verdauungsprozess über Millionen Nervenzellen im Darm gesteuert wird, können sich bei den Patienten mit Diabetes die Darmbewegungen (Motilität) verlangsamen, sodass es zu einer Verstopfung kommt.
  • Reizdarmsyndrom: Obstipation ist neben Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen eines der Hauptsymptome des Reizdarms. Verstopfung kann sich dabei auch mit Durchfall abwechseln.  
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto-Thyreoiditis): Die Autoimmunerkrankung wirkt sich direkt auf den Stoffwechsel aus. Es kann zu Gewichtszunahme kommen, zu Hautunreinheiten und auch zur Verstopfung.
  • Multiple Sklerose: Die neurologische Erkrankung verläuft sehr individuell und wird daher auch als Krankheit der tausend Gesichter bezeichnet. Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel der Betroffenen auch an einer Darmschwäche leiden. Häufig wechseln sich dabei Durchfall und Obstipation ab. Es handelt sich dann um eine sogenannte neurogene Darmdysfunktion, bei der die Muskeln und Nerven im Darm aufgrund der Erkrankung nicht mehr so funktionieren wie bei Gesunden.
  • Verstopfung ist auch typisch bei Patienten mit Morbus Parkinson, bei Menschen mit Querschnittlähmung und Bettlägerigen sowie bei zahlreichen anderen Erkrankungen. 
  • Obstipation kann auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten auftreten.
  • Verstopfung kann letztlich auch ein Symptom bei Darmkrebs sein. Wer anhaltend unter Verstopfung leidet, sollte daher die Ursache vom Arzt abklären lassen.

Medikamente, die Verstopfung begünstigen

Es gibt Medikamente, die den Darm träge machen. Das hat mit dem jeweiligen Wirkmechanismus zu tun und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. 

Bei diesen Medikamenten ist Verstopfung zum Beispiel eine typische Nebenwirkung:

  • Antidepressiva (Stimmungsaufheller): Sie wirken oftmals beruhigend und gleichen den Hormonstoffwechsel aus. Das kann auch dazu führen, dass sich die Darmbewegungen reduzieren.
  • ACE-Hemmer (Blutdrucksenker): Sie weiten die Blutgefäße im Körper – auch im Magen-Darm-Trakt. Dabei verringert sich die Spannung in den Gefäßen und der Stuhl wird nicht mehr so konsequent zum Darmausgang transportiert.
  • Betablocker (Blutdrucksenker): Sie senken die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Das beruhigt den Puls und senkt den Blutdruck, verlangsamt gleichzeitig aber auch die Verdauung und kann so Obstipation verursachen.
  • Diuretika (Mittel zur Entwässerung): Sie spülen Urin (Wasser) aus dem Körper aus. Das führt dazu, dass auch dem Stuhl Wasser entzogen wird, er fester wird und Beschwerden verursacht.
  • Eisenpräparate: Wer eine Blutarmut (Anämie) aufgrund eines Eisenmangels hat, nimmt meist morgens früh auf nüchternen Magen ein Eisenpräparat ein. Das kann zu Übelkeit und Verstopfung führen.
  • Opioide (Schmerzmedikamente): Sie wirken direkt auf die Nervenzellen im Magen-Darm-Trakt, die für die Verdauung verantwortlich sind. Die Längs- und Ringmuskulatur im Darm wird träge. Gleichzeitig wird Flüssigkeit im Darm absorbiert, sodass der Stuhl fester wird.

Rezeptfrei in der Apotheke und im Reformhaus

Ein regelmäßiger Stuhlgang ist wichtig für das Wohlbefinden. Wenn jedoch nicht raus will, was raus muss, gibt es bewährte Abführmittel (Laxantien), die den Darm wieder in Gang bringen. Diese Mittel erhöhen entweder das Stuhlvolumen, machen ihn weicher und gleitfähiger oder sie regen die Darmaktivität an.

Nehmen Sie Abführmittel ein, sollten Sie immer darauf achten, das Mittel genau nach der Packungsanleitung zu nehmen und genügend zu trinken. Bessert sich die Verstopfung unter der Selbstmedikation nicht, ist es wichtig, die Ursache vom Arzt abklären zu lassen.
 

Flohsamenschalen gegen Verstopfung

Leiden Sie unter Verstopfung, können Flohsamenschalen Abhilfe leisten. Nehmen Sie die Samen am besten morgens mit einem Glas Wasser oder in Ihrem Müsli zu sich. 

Flohsamenschalen haben nützliche Eigenschaften bei Verstopfung: 

  • Flohsamenschalen binden mehr als das 50-fache ihres Gewichts an Wasser, erhöhen so das Stuhlvolumen und regen die Darmbewegungen an. 
  • Ihre schleimige Konsistenz hilft dabei, dass der Stuhl besser gleitet. 
  • Wichtig dabei ist, dass ausreichend getrunken wird, da die Flohsamenschalen ansonsten stopfend wirken.
  • Zusätzlich positiv: Sie haben keinen Gewöhnungseffekt.

Das Abführmittel Macrogol (Polyethylenglykol, kurz PEG)

Das Abführmittel Macrogol hilft Ihnen die Verstopfung zu lösen. Macrogole, zum Beispiel in MacroGo Klinge®, wirken rein physikalisch:

  • Sie binden die Flüssigkeit, mit der sie aufgenommen werden und transportieren diese in den Darm.
  • So vergrößert sich das Stuhlvolumen und der Druck auf die Darmwand steigt.
  • Dieser Vorgang regt die natürlichen Darmbewegungen, die Peristaltik an, der Stuhl wird weicher und die Obstipation löst sich.
  • Ein Vorteil der Macrogole: sie werden nicht vom Körper verstoffwechselt, sondern vollständig wieder ausgeschieden. Die Wirkung tritt nach zwölf bis 48 Stunden ein.

Macrogole werden unter anderem auch zur Darmentleerung vor einer Darmspiegelung vom Arzt verordnet. Ohne Elektrolyt-Zusatz sollte das Abführmittel ohne ärztliche Empfehlung aber nur kurzfristig genutzt werden, denn es besteht die Möglichkeit, dass sie wichtige Mineralstoffe aus dem Körper ausschwemmen. Macrogol wird daher als Kombipräparat zusammen mit Elektrolyten empfohlen.

Das Abführmittel Lactulose

Erleichterung bei Verstopfung verschaffen auch Lactulose-haltige Abführmittel. Lactulose ist ein Zweifachzucker der aus Milchzucker (Laktose) gewonnen wird. Er wirkt folgendermaßen:

  • Lactulose wird im Dickdarm von Enzymen in Milch- und Essigsäure sowie Methan und Wasserstoff abgebaut
  • Das führt dazu, dass mehr Zucker und Säuren im Darm vorkommen als im Gewebe. Um hier wieder einen Ausgleich herzustellen, fließt Wasser in den Darm
  • Wie bei den Macrogol-Präparaten wird der Stuhl so voluminöser und gleitfähiger
  • Die Zucker- und Säure-Werte passen sich wieder an die Umgebung an

Lactulose wird häufig in der geriatrischen Versorgung eingesetzt und kann kurzfristig bei Verstopfung helfen, aber auch nach Rücksprache mit dem Arzt länger als zwei Wochen genommen werden. 
Greifen Sie auf Lactulose zurück, müssen Sie jedoch mit folgenden Nebenwirkungen rechnen:

  • Blähungen (Flatulenzen)
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen 

Der Grund für diese Nebenwirkungen ist, dass beim Abbau der Lactulose im Darm, Gase entstehen, die den Darm so reizen können. 

Für Personen, die auf eine fructose- oder laktosearme Ernährung achten müssen, ist dieses Abführmittel nicht geeignet.

Stimulierende Abführmittel

Einen ganz anderen Wirkmechanismus als Macrogol und Lactulose haben stimulierend wirkende Abführmittel:

  • Sie regen die Darmmotorik (Peristaltik) an, sodass Wasser und Elektrolyte freigesetzt werden. 
  • Gleichzeitig wird im Dickdarm die Aufnahme von Wasser und Elektrolyten gehemmt.

Eine häufige Nebenwirkung der stimulierenden Abführmittel sind krampfartige Magen-Darm-Beschwerden. Sie sollten immer nur kurzfristig eingenommen werden, da es ansonsten zu Durchfällen kommen kann und infolgedessen zu einem übermäßigen Verlust an Elektrolyten.

Wann zum Arzt mit Verstopfung?

Einen Arzt sollten Sie bei Obstipation aufsuchen, wenn

  • die Verstopfung über einen längeren Zeitraum anhält, 
  • die Beschwerden wiederkehrend auftreten, 
  • Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt wird.

Der Arztbesuch ist insbesondere bei Betroffenen ab 50 Jahren wichtig. Denn Verstopfung kann das Symptom einer ernsten Erkrankung und auch von Darmkrebs sein. 

Für die Diagnostik wird Sie der Arzt abfragen, wie sich Ihre Verdauungsbeschwerden äußern:

  • Wie oft findet der Gang zur Toilette statt? 
  • Ist der Stuhl sehr fest? 
  • Muss stark gepresst werden? 
  • Verursacht das Geschäft Schmerzen?
  • Wie lange dauert die Verstopfung schon an?

Bestätigt sich, dass die Verstopfung chronisch ist, wird der Arzt untersuchen, ob es eine organische Ursache gibt. Aufschluss darüber können ein Blutbild, eine Stuhluntersuchung, eine Tastuntersuchung des Enddarms und gegebenenfalls auch eine Darmspiegelung geben.

Hausmittel: Verstopfung sanft lindern

Es gibt einige Hausmittel gegen Verstopfung, die bei Obstipation erst einmal ausprobiert werden können, bevor zu Medikamenten gegriffen wird. Viele dieser Mittel haben Sie schon Zuhause. 

Ballaststoffreiche Ernährung unterstützt Ihre Darmgesundheit

Wenn Sie zu ballaststoffreichem Essen greifen, unterstützen Sie Ihre Darmgesundheit. Experten empfehlen 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag.

Sie finden Ballaststoffe vor allem in: 

  • Vollkornprodukten
  • Obst
  • Gemüse
  • Hülsenfrüchten
  • Nüssen
  • Samen

Leinsamen

Leinsamen wirken ähnlich wie Flohsamenschalen: Sie enthalten viele Ballaststoffe, Schleimstoffe und quellen im Wasser auf. Haben Sie also schon Leinsamen im Haus, versuchen Sie es doch damit.

Sie können als Erwachsener zweimal täglich ein bis zwei Esslöffel ganze oder leicht zerstoßene Leinsamen mit einem Glas Wasser zusammen einnehmen. Mehr als 45 Gramm Leinsamen am Tag sollten es jedoch nicht sein.

Trockenobst

Getrocknete Pflaumen, Feigen oder Aprikosen sind ein bekanntes Hausmittel gegen Verstopfung. Am besten weichen Sie das Obst über Nacht in Wasser ein und essen es dann zum Beispiel in Müsli oder geben es in einen Smoothie.

Achtung: Trockenobst enthält viel Fruchtzucker, sodass dieses Hausmittel für Menschen mit Fruktose-Intoleranz nicht infrage kommt.

Bauchmassagen

Den Darm sanft massieren kann helfen, Verstopfung vorzubeugen und den Darm in Bewegung zu bringen.

Dabei ist es wichtig, dass Sie auf Ihren Körper hören und achtsam sind. Wenn etwas weh tut, massieren Sie bitte nicht in den Schmerz hinein. 

Diese Gerüchte über Obstipation sind falsch

Oft schon haben sich einfache Hausmittel bei gesundheitlichen Beschwerden bewährt. Doch es gibt auch zahlreiche Mythen, die sich hartnäckig halten. 

Bei den folgenden Annahmen handelt es sich um Mythen:

  • Man muss jeden Tag einmal Stuhlgang haben.
    Ist das mal nicht der Fall, hat man Verstopfung. Das ist falsch. Denn nur wer seltener als dreimal pro Woche sein großes Geschäft verrichtet, hat Verstopfung.
  • Viel trinken hilft viel.
    Das stimmt nicht. Wissenschaftlich konnte nicht nachgewiesen werden, dass mehr als die empfohlenen anderthalb Liter Wasser am Tag, Verstopfungsbeschwerden bessern. Dennoch ist wichtig, zu schauen, ob genug getrunken wurde oder ob die Obstipation aufgrund einer Dehydrierung aufgetreten ist.
  • Ein Schnaps nach dem Essen regt die Verdauung an.
    Auch das ist falsch. Es ist heute bekannt, dass Alkohol beim oder nach dem Essen die Verdauung verlangsamt und so Verstopfung sogar begünstigen kann.
  • Bananen stopfen.
    Das stimmt nicht, denn Bananen sind reich an Ballaststoffen, die eine gesunde Verdauung fördern. Sehr unreife Bananen enthalten jedoch mehr Stärke, die schwerer verdaut wird. Greifen Sie zu gelben Bananen, dann liegen Sie genau richtig.
  • Verstopfung vergiftet den Körper. 
    Das ist falsch. Es kann auch bei einer hartnäckigen und chronischen Verstopfung nicht zu Vergiftungen kommen.

Warum bekommt man auf Reisen Verstopfung?

Ins Flugzeug einsteigen, ein paar Stunden später ganz woanders ankommen und in andere Kulturen eintauchen. Reisen bereichern und sind für viele ein wichtiger Ausgleich zum Alltag. Die Reiselust kann aber auch auf die Verdauung schlagen: 

  • Der Organismus muss sich abrupt umstellen: eine neue Zeitzone oder die Klimaänderung − wenn man zum Beispiel auf Winter eingestellt war und es am Urlaubsort Sommertemperaturen gibt − können den Körper durcheinanderbringen.   
  • Oftmals ist auch das landestypische Essen ganz anders: schärfer, fettiger, salziger, mit anderen Gewürzen und Lebensmitteln gekocht. Die Verdauung kann auf diese Umstellung recht zickig reagieren. Manche Menschen bekommen Durchfall, andere hingegen Verstopfung.
  • Problematisch können auch andere hygienische Standards auf den Toiletten sein, sodass man sich sein stilles Örtchen zu Hause wünscht. Das kann die Urlaubstimmung ganz schön drücken.

Schon vor der Reise daran denken

Bereiten Sie sich gut auf Ihre Reise vor: Hygienespray oder -Tücher können einfach mitgenommen werden und helfen Ihnen auf fremden Toiletten weiter.

Oder packen Sie gegebenenfalls ein Mittel gegen Verstopfung, zum Beispiel ein Macrogol-Präparat mit Elektrolyten wie MacroGo Klinge®, mit in die Reiseapotheke. Das Macrogol-Präparat sollten Sie jedoch erst nehmen, wenn Sie länger als drei Tage nicht zur Toilette konnten. 

Vor Ort ausgewogen Essen, um Verstopfung vorzubeugen

Auch unterwegs sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten. Klar, manchmal ist es am Flughafen, dem Bahnhof oder der Autobahnraststätte so hektisch, dass es schnell nur einen Burger oder Pommes gibt.

Besser ist jedoch, wenn Sie das so oft wie möglich vermeiden. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten unterwegs frisch und ausgewogen zu essen. Das ist nicht nur lecker, auch Ihre Verdauung dankt es Ihnen.

Bei Senioren tritt Verstopfung häufig auf, weil der Darm träge wird

Ältere Menschen haben besonders häufig mit Verstopfung zu tun. Das hat verschiedene Gründe: 

  • Die Darmmotilität, also die natürliche Bewegung des Darms, wird im Alter träge.
  • Der Darm dehnt sich im Alter aus, sodass der Speisebrei mehr Platz hat, länger im Darm bleibt und ihm deshalb mehr Wasser entzogen werden kann. So wird der Stuhl fester. 
  • Senioren nehmen aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation häufig nicht mehr so aktiv am Leben teil. Wenn ihnen Bewegung im Alltag fehlt und sie möglicherweise sogar bettlägerig sind, kann das Verstopfung begünstigen. In Pflegeeinrichtungen gehört das Thema daher zum Alltag.
  • Eine Nebenwirkung von Medikamenten: Die Einnahme bestimmter Schmerzmittel, Antidepressiva und Beruhigungsmitteln, aber auch von Eisentabletten, Entwässerungstabletten (Diuretika) und Blutdrucksenkern (Betablockern) kann zu Obstipation führen.

Was älteren Menschen bei Verstopfung helfen kann:

  • Mit dem Arzt sprechen:
    Wenn ältere Menschen anhaltend oder wiederkehrend Verstopfung haben, ist es wichtig, beim behandelnden Arzt abklären zu lassen, woran das liegt. Er kann möglicherweise die Medikation anpassen oder auch ein Präparat bei akuten Beschwerden empfehlen.
  • Genügend trinken:
    Im Alter nimmt das Durstgefühl ab. Daher vergessen ältere Menschen manchmal, genügend zu trinken. Wenn sie jedoch dehydrieren, kann sich das auch auf die Verdauung auswirken.
  • Medikamente nicht eigenständig weglassen:
    Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Verstopfung aufgrund der Einnahme eines verordneten Medikamentes entsteht, sollten Sie dieses trotzdem nicht eigenständig absetzen, sondern mit Ihrem Arzt sprechen.
  • Flohsamenschalen oder Macrogole einnehmen:
    Um die Verdauung wieder in Gang zu bringen, kann es helfen, Flohsamenschalen einzunehmen oder auch auf ein Medikament gegen Obstipation zurückzugreifen. Der Arzt oder Apotheker berät Sie, welches Präparat mit welchem Wirkmechanismus sich am besten eignet. 

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